Das Oldtimertreffen an der Oldtimerscheune in Ottersheim findet alle 2 Jahre im August statt

Vereinsleben, Brauchtum und Tradition


Das gesellschaftliche Leben in Ottersheim wird von rund 30 Vereinen geprägt. Sie gestalten das kulturelle, sportliche und soziale Miteinander und machen den Ort zu einer lebendigen Gemeinschaft.

Am nördlichen Ortsrand befinden sich der Festplatz, die Sportanlagen und das Vereinsgelände mehrerer Vereine. Die In beeindruckender Eigenleistung errichtete Oldtimerscheune ist weit über die Ortsgrenzen hinaus als Veranstaltungsort bekannt. Mit der historischen Schmiede, der traditionellen Backstube und einem Heimatmuseum bewahrt der Verein altes Handwerk und regionales Brauchtum. Ein besonderes Highlight ist das alle zwei Jahre stattfindende Oldtimertreffen, das zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region anzieht.

 Eine besondere Symbolfigur der Gemeinde ist das Bärenkönigspaar. Ursprünglich aus der Fastnacht entstanden, repräsentiert es heute Ottersheim bei Festen, Veranstaltungen und offiziellen Anlässen weit über die Ortsgrenzen hinaus und steht für die enge Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat.

Geschichte mit Zukunft

Ottersheim blickt auf eine mehr als 1.250-jährige Geschichte zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 768 im Lorscher Kodex als „Udomarsheimer marca“. Seine Ursprünge reichen jedoch vermutlich bis in die fränkische Zeit des 6. Jahrhunderts zurück. Der heutige Ortsname entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte und ist seit 1318 belegt.

Im Laufe seiner Geschichte stand Ottersheim unter dem Einfluss verschiedener geistlicher und weltlicher Herrschaften, darunter das Kloster Weißenburg, die Kurpfalz und später Frankreich sowie Bayern. Viele historische Zeugnisse dieser Zeit prägen den Ort bis heute. Das 1555 errichtete Rathaus ist das älteste erhaltene Gebäude der Gemeinde. Die katholische Pfarrkirche St. Martin und die 1820 eingeweihte evangelische Kirche spiegeln die lange kirchliche Tradition Ottersheims wider.

Über Jahrhunderte war Ottersheim landwirtschaftlich geprägt. Mit dem Ausbau der Infrastruktur – unter anderem durch die Wasserversorgung, Kanalisation und die stetige Weiterentwicklung des Orts – wandelte sich die Gemeinde zu einem modernen Wohn- und Lebensort.

Seit der Verwaltungsreform im Jahr 1972 gehört die Ortsgemeinde gemeinsam mit Bellheim, Knittelsheim und Zeiskam zur Verbandsgemeinde Bellheim. 2018 feierte Ottersheim sein 1.250-jähriges Ortsjubiläum.

Heute verbindet Ottersheim seine lange Geschichte mit einer zukunftsorientierten Entwicklung und bewahrt dabei den Charakter eines lebenswerten Dorfes mit starker Gemeinschaft.

Wappen

Die Rauten im Wappen symbolisieren die ehemalige Zugehörigkeit zur Kurpfalz, die Farben Silber und Rot stehen für die Herren von Ochsenstein, die im 14. und 15. Jahrhundert die Lehnsherrschaft ausübten, und die Armbrust entstammt dem Kloster Eußerthal, das seit 1311 Patronsherr war. Der Ring geht zurück auf das örtliche Gerichtssiegel aus dem Jahr 1746.


Ehrenbürger von Ottersheim

  • Berthold Feldmann, Schulleiter (*1932)


Heimatkundliche Schriften über Ottersheim

  • "Daheim in Ottersheim" - Geschichte und Geschichten, 2000 (495 Seiten, Verfasser: Berthold Feldmann)
  • Bildband "Liebe zu einem kleinen Dorf" (100 Seiten, Verfasser: Werner Heidenreich)

Die o.g. Veröffentlichungen und Bücher sind bei der Verbandsgemeindeverwaltung Bellheim erhältlich.

Adresse:
Verbandsgemeinde Bellheim
Schubertstraße 18
76756 Bellheim
Tel: 07272 / 7008-0
E-Mail:

Brauchtum in Ottersheim:

    • Die Kerwe (Kirchweih)

      Die Kerwe (Kirchweih) wird abweichend vom kirchlichen Patronatstag Martini (11. November) seit 1988 am zweiten Sonntag im September gefeiert. 

      Während der Kerwetage bietet auf dem nachgelegenen Kerweplatz der den örtlichen Gegebenheiten angepasste Vergnügungspark vor allem für die Kinder und die Jugendlichen reichlich Unterhaltung. Die IG Kerwe, gegründet aus mehreren Vereinen, übernimmt das kulinarische Angebot.

    • Lorenzeloch

      Aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs stammt der Brauch der Brotweihe. 1666/1667 war die Nachbargemeinde Herxheim schwer von der Pest betroffen und alle Einwohner wurden unter Quarantäne gestellt.

      Die Einwohner der umliegenden Gemeinden legten damals an der Banngrenze Brot ab und verhinderten so das Aushungern der Bevölkerung.

      Die Nachkommen Herxheimer leisten das von den Vorfahren abgelegte Gelübde ab und verteilen immer am ersten Sonntag nach Laurentius (10. August) geweihtes Brot an der Gemarkungsgrenze „Finsterloch“. 

    • Sommertagsumzug

      Seit dem  Jahr 1929 organisiert der Turnverein Ottersheim  den Sommertagsumzug, der immer am Frühlingsanfang stattfindet. Am Umzug beteiligen sich Kinder mit geschmückten Stecken oder Fahrzeugen, Wägen die die Jahreszeiten als Motiv haben sowie die Musikkapelle. Zum Abschluss werden an die Kinder Brezeln verteilt. 

    • Martinsumzug

      Zu Ehren des Patrons der katholischen Pfarrgemeinde findet am Vorabend des 11. November der Martinsumzug statt. 

      Angeführt wird der Zug von St. Martin auf dem Pferd. Ihm folgen Kinder mit Lampions, begleitet von der Musikkapelle, die die bekannten Martinslieder spielt. Am Dorfplatz angekommen trifft St. Martin auf den Bettler und teilt mit ihm seinen Mantel.

      Die Kinder erhalten im Anschluss ihre Martinsbrezel.

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